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Winterstromlücke: So enorm kann sie bis 2035 anwachsen

Ein Sprung ins Ungewisse? In Zukunft wird die Schweiz im Winter sehr viel Strom importieren müssen, wenn diese Prognosen eintreffen.

Mann springt von einer Plattform an der Staumauer in die Tiefe

Ende 2020 hat das Bundesamt für Energie BFE zu den Energieper­spektiven 2050+ einen Kurzbericht veröffentlicht. Die Beratungsunternehmen Prognos, TEP, Infras und Ecoplan haben das Klimaziel von netto null Emissionen bis zum Jahr 2050 dafür modelliert. Treffen die Erwartungen zu, wird die Schweiz 2035 in einem noch nie dagewesenen Ausmass von Stromimporten aus dem Ausland abhängig sein.

Die Schweiz braucht mehr Strom aus dem Ausland

Der Energiewirtschafter Michel Piot hat den Bericht aus der Sicht der Wasserwirtschaft aufgearbeitet und auf die drohende Winterstromlücke aufmerksam gemacht, die noch für viel Kopfzerbrechen sorgen wird.

40 Prozent Importstrom im Winter 2035

Die Modelle zu den Energieperspektiven 2050+ zeigen, dass sich je nach Szenario ein Importbedarf von bis zu 15 Terawattstunden (TWh) ergibt – dies wäre der Saldo, das heisst die Bilanz aller Strom-Importe und -Exporte. Bei einem Landesverbrauch von 39 TWh entspricht die importierte Menge im Winterhalbjahr somit fast 40 Prozent.

Extremwinter der Vergangenheit soll 2050 Standard sein

Ab 2035 soll der Importanteil bis ins Jahr 2050 auf 20 Prozent gesenkt werden. Das wären allerdings immer noch 9 TWh und damit fast so viel wie der bisherige Import-Rekord: Im Winterhalbjahr 2016/17 lag dieser bei 9,8 TWh. Was also früher ein Extrem war, soll künftig das neue Normal sein.

Investitionen, Einsparungen und Debatten

Gemäss den Modellrechnungen entsteht bis 2050 ein Investitionsbedarf von 109 Milliarden Franken. Das lohne sich aber gleich doppelt, ist das Fazit der Planungsbüros:

  • «Erstens können so drohende Schäden in Milliardenhöhe reduziert werden. Denn wenn die Klimaerwärmung weiterhin ungebremst fortschreitet, muss die Schweiz mit sehr hohen Folgekosten rechnen.»
  • «Zweitens können wir die Abhängigkeit vom Ausland bei der Energieversorgung senken.» Ausserdem müssen wir weniger andere – fossile – Energie einkaufen, das bringt bis 2050 Einsparungen von rund 50 Milliarden Franken.

Etwas weniger optimistisch klingt das Fazit von Michel Piot. Er fordert zusätzliche wirtschaftliche Instrumente, um die inländische Wasserkraft zu sichern und den notwendigen Ausbau der Produktion zu bewältigen. Auch so werde die Auslandabhängigkeit der Schweiz noch erheblich bleiben. Vor allem aber brauche es auch eine politische Debatte zu Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz im Zusammenhang mit der Energiewende.

Damit geht die Schweiz […] erhebliche wirtschaftliche und versorgungstechnische Risiken ein, insbesondere dann, wenn die umliegenden Länder gerade für die Wintermonate keine genügenden Reserven aufzubauen vermögen.

Michel Piot

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  • Hans

    Vor 4 Monaten

    Baut halt wieder AKW’s und gut ist.

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    • Max Minder
      Max Minder

      Max Minder

      Vor 4 Monaten

      Das Schweizer Volk hat sich gegen Kernkraftwerke entschieden. Wollte man das ändern, würde es zu lange dauern: Referendum, Abstimmung, Investoren finden, Projekte genehmigen und bauen. Bis das alles durch ist, dürfte der Engpass überstanden sein.
      Zudem: In letzter Zeit aktiv vorangetriebene AKW-Bauprojekte in Europa liegen bei der Bauzeit und den Kosten weit über Budget.

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