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Wie wird das Leben in der 2000-Watt-Gesellschaft?

Auf den Bildern der 2000-Watt-Areale sieht alles sehr toll aus – fast zu gut, um wahr zu sein. Wie fühlt es sich im Alltag an, mit wenig Energie auszukommen?

Drohnen-Foto: Wie eine Insel liegt das Areal Kalkbreite zwischen Bahngleisen, Strassen und Tramschienen

Glücklich leben mit sehr wenig Energie ist möglich. Immer mehr Überbauungen in der Schweiz richten sich nach den Grundsätzen der 2000-Watt-Gesellschaft und zeigen auf, wie eine nachhaltige Zukunft für uns alle aussehen könnte.

Sämtliche Fotos in unseren Bildergalerien hat EnergieSchweiz in 2000-Watt-Arealen gemacht, quasi als Werbung für diese zeitgemässe Lebens- und Wohnform. – Doch stimmt die Realität mit den flotten Fotos überein?

Mobilität ohne Auto

Parkplätze für Autos sind auf 2000-Watt-Arealen grundsätzlich rar. Dafür sind sie gut ans ÖV-Netz angeschlossen. Studierende der ETH haben 2019 Familien auf dem Zürcher Hunziker-Areal zum Thema Ferien interviewt. Unter anderem fragten sie: «Welches Verkehrsmittel bevorzugen Sie um in die Ferien zu fahren?» Die Mehrheit der Eltern nannte den Zug. Eine externe Vergleichsgruppe bevorzugte klar das Auto. Das Flugzeug wurde von gleich vielen Personen in beiden Gruppen erwähnt.

Wenn die Kinder zufrieden sind, sind wir es auch.

Antwort von mehreren Eltern auf die Frage, was gute Ferien für sie bedeuten

Velos sind beliebt

Eine weitere Gruppe von Studierenden fragte Bewohnerinnen und Bewohner, wie sie das Velo nutzen. Viele besitzen mehrere Fahrräder. Vorab ein älteres oder günstiges Fahrrad, das bedenkenlos überall parkiert werden kann. Dazu kommt oft ein teureres Modell, welches nur an sicheren Orten abgestellt wird – zu Hause oder bei der Arbeit. Ebenfalls beliebt sind Fahrradanhänger zum Transport von Lasten. Auf dem Hunziker-Areal gibt es auch eine Mobilitätsstation, wo man E-Bikes mieten kann.

Schöner Wohnen ohne Tiefkühler?

Helle, moderne Wohnungen, grüne Umgebung, Quartierbar und Quartierläden, Solarstrom vom Dach: Das Leben in der Zukunft könnte schlimmer sein. Auf den 2000-Watt-Arealen ist es schon heute möglich, mit wenig Energie ein gutes Leben zu führen. Das bestätigen auch Messungen zum tatsächlichen Energieverbrauch im Alltag.

Dass die Rechnung auf dem Hunziker-Areal aufgeht, ist vor allem diesen Faktoren zu verdanken:

  • der modernen Bauweise mit ausgezeichneter Wärmedämmung
  • der Heizung, die Energie aus Abwärme nutzt
  • Solaranlagen auf den Dächern, die rund einen Fünftel des Strombedarfs decken.

Dazu kommen viele kleine Massnahmen, wie einem Bericht der Aargauer Zeitung von 2016 zu entnehmen ist. So gibt es sparsame Haushaltsgeräte und eine energieeffiziente Beleuchtung. Und gar keine Tiefkühler. Diese müssen extern gemietet werden.

Es braucht mehr 2000-Watt-Areale

Für weitere 2000-Watt-Areale gibt es noch viel Potenzial – mehr dazu bei den Energie-Experten.

Welche Fernseher verbrauchen am wenigsten Strom?

Wie viel Strom ein TV-Gerät verbraucht, kann man auf der Energieetikette ablesen. Darüber hinaus sind folgende Merkmale wichtig: Grösse, Technologie, HDR-Modus und smarte Funktionen.

E-Auto an Ladestation

Wie viel Strom könnte die Schweiz in E-Autos speichern?

In der Schweiz gibt es rund 4,7 Millionen Personenwagen. Wären das alles E-Autos, dann könnten diese eine Speicherkapazität von gegen 200 Megawattstunden für das Schweizer Stromnetz zur Verfügung stellen. Was würde das bringen?