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Plug-in-Hybridautos: Studie zum Verbrauch aus der Schweiz

Plug‑in‑Hybridautos verbrauchen oft mehr als angegeben. Eine Empa-Studie untersucht die Gründe für die Schweiz: Laden, Fahrverhalten oder auch das Gewicht des Fahrzeugs spielen eine grosse Rolle.

Plug-in-Hybridautos haben einen Elektromotor, eine Batterie und einen Benzin- oder Dieselmotor. Die Batterie kann durch Einstecken (Englisch: plug-in) oder durch den Verbrennungsmotor geladen werden. Je nach Grösse der Batterie kann ein Plug-in-Hybrid kürzere oder längere Strecken rein elektrisch fahren.

Plug-in-Hybride immer beliebter

In der Schweiz wurden 2026 von Januar bis Juni 14’456 Plug-in-Hybridautos verkauft, das sind 25 % mehr als ein Jahr zuvor. Zum Vergleich: Das sind etwas mehr als halb so viele neue Autos wie bei den reinen E-Autos abgesetzt wurden (27’889 Autos, 20 % mehr als in der ersten Jahreshälfte 2025).

Das Problem bei Plug-in-Hybridautos

Bei den offiziellen Autotests im Labor werden oft sehr tiefe Verbräuche gemessen. Im Alltag brauchen Plug-in-Hybride aber oft viel mehr Energie als auf dem Datenblatt.

«Wenn jemand ein Plug‑in‑Hybridfahrzeug besitzt und es nicht regelmässig lädt, fährt diese Person de facto einen schwereren Verbrenner», sagt Studienautorin Miriam Elser von der Empa. Durch das zusätzliche Gewicht von Batterie und Elektromotor kann der Verbrauch sogar höher liegen als bei einem Standard-Benziner.

Junge Frau neben einem weissen Auto auf dem Prüfstand
Plug-in-Hybride verbrauchen im Alltag mehr Energie als auf dem Datenblatt. Miriam Elser kennt die Gründe. (Screenshot: Empa-Video)

Gründe für einen erhöhten Verbrauch

Forschende der Empa haben bis heute zwölf Plug-in-Hybridautos unter verschiedenen Bedingungen getestet und die Ergebnisse aus dem Labor für den Betrieb im Alltag in der Schweiz ausgewertet.

Was wurde getestet?

Verbrauch und Abgase wurden bei unterschiedlichen Bedingungen gemessen:

  • bei 23 °C und bei –7 °C ohne Heizung
  • bei –7 °C mit eingeschalteter Heizung
  • mit normaler oder sportlicher Fahrweise

Ergebnisse: Tiefe Temperaturen, eingeschaltete Heizung und sportliches Fahren leeren die Batterie schneller. Der Verbrennungsmotor muss dann früher und häufiger arbeiten, was mehr Treibstoffverbrauch, mehr CO2 und mehr Abgase bedeutet.

Tiefe Temperaturen, eingeschaltete Heizung und sportliches Fahren leeren die Batterie schneller.

Weisser VW Passat auf dem Rollenprüfstand
Gemessen wurden die elektrische Reichweite, der Strom- und der Treibstoffverbrauch sowie CO₂ und Schadstoffe. (Foto: Empa)

Die Schweiz fährt anders

Die Berechnung des Verbrauchs von Plug-in-Hybriden erfolgte in der EU früher aufgrund von Daten aus den USA. 2025 wurden sie ein erstes Mal an europäische Verhältnisse angepasst. Ab 2027 sind weitere Verbesserungen geplant. Die Empa‑Forschenden untersuchten nun, ob die Annahmen für Europa auch in der Schweiz zutreffen.

Die gefahrenen Strecken sind in der Schweiz im Durchschnitt kürzer. Auch sind in der Schweiz weniger Firmenautos unterwegs, während es in Europa sehr viele davon gibt. Erschwerend kommt hinzu, dass Nutzende die Firmenautos viel weniger oft laden als das bei Privatautos der Fall ist. Weil Daten aus der Praxis für die Schweiz fehlen, hat die Empa optimistisch angenommen, «dass alle Nutzerinnen und Nutzer ihr Fahrzeug jeden Abend laden», sagt Miriam Elser dazu.

Ergebnis: Dank kürzeren Strecken und häufigerem Laden ist das Problem des Mehrverbrauchs von Plug-in-Hybriden in der Schweiz kleiner als im Durchschnitt von Europa. Wertvoll im Sinne von möglichst vielen elektrisch gefahrenen Kilometern wären gemäss der Empa-Mitteilung zur Studie auch Strom- und Treibstoffpreise, die das Fahren mit Strom dauerhaft günstiger machen.

Plug-in-Hybrid kaufen oder nicht?

Wer jetzt das Auto wechseln will, wird sich fragen: Ist ein Plug-in-Hybrid sinnvoll? Im Vergleich zu einem Verbrenner (auch als Mild- oder Vollhybrid) ist der Plug-in-Hybrid dann im Vorteil, wenn mehrheitlich mit Strom aus der Batterie gefahren wird. Dafür ist eine Ladestation zuhause oder am Arbeitsplatz wichtig, damit man täglich einstecken kann.

Das Fazit von Miriam Elser: «Für viele, die heute noch nicht in der Lage oder Willens sind für ein reines Elektroauto, kann ein regelmässig geladener Plug‑in‑Hybrid deutlich besser sein als ein reiner Verbrenner.»

Leichte Autos mit mittelgrosser Batterie im Vorteil

Ein möglichst leichtes Auto mit einem kleinen Verbrennungsmotor und einer mittelgrossen Batterie ist die beste Wahl, wenn es um geringen Verbrauch von Benzin oder Diesel und die damit verbundenen Schadstoffe geht. Gleichzeitig ermöglicht diese Kombination auch eine vergleichsweise hohe elektrische Reichweite. Das zeigte sich auch beim Empa-Test, in dem das leichteste Fahrzeug in allen Kriterien gut abschnitt.

Die Unterschiede zwischen verschiedenen Herstellern und Modellen können gross sein, wie auch eine aktuelle Studie aus Deutschland zeigt.

Nachteile im Vergleich zu reinen E-Autos

Im Vergleich zum reinen E-Auto bleibt der Nachteil, dass zwei Antriebssysteme zu mehr Gewicht und höheren Kosten im Unterhalt führen. Auch die geringere Anfälligkeit für Pannen spricht eher für reine E-Autos. Die günstigste Wahl ist ein Plug-in-Hybrid darum nicht unbedingt.

Bei Energie-Experten findest du bei Interesse einen Vergleich der Öko- und Klimabilanzen von Plug-in-Hybrid, E-Auto und Verbrenner aus dem Jahr 2021, wobei sich die Verhältnisse seither nicht komplett geändert haben dürften.

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