Podcast: Sechs weitere häufige Fragen rund ums E‑Auto
Viele Vorbehalte gegenüber E‑Autos halten sich hartnäckig, obwohl sie längst widerlegt sind. Wer die Fakten kennt und die Gesamtbilanz betrachtet, kann ohne Sorgen entscheiden, was als nächstes Auto infrage kommt. Vielleich eine günstige E-Occasion?
Nachdem die erste Folge mit Publikumsfragen zu E-Autos ein grosser Erfolg war, haben wir weitere häufige Fragen aus der Community gesammelt und in dieser Spezialfolge des Podcasts «Energie-Experten» diskutiert. Es geht um Sicherheit, Klima, Batterien, Ladetempo und den Kauf – inklusive weit verbreitete Mythen.
Dieser Talk wurde in Text umgesetzt und dabei gekürzt, für bessere Lesbarkeit und Verständlichkeit bearbeitet und mit Links ergänzt. Wer lieber liest als hört oder wer Schweizerdeutsch nicht gut versteht, kann hier nachlesen, was besprochen wurde.
Das Motto des Podcasts «Energie-Experten» lautet: Wer mehr über Energie weiss, kann mehr aus Energie machen. Das macht Sinn, denn es handelt sich um den Podcast zum Blog der EKZ-Energieberatung, dort gibt es noch mehr Infos und Tipps, wie man Energie effizient nutzt.
Die Fragen stellt Carla Keller, Moderatorin und Podcasterin. Ihr Gegenüber ist Thomas Elmiger von der EKZ-Energieberatung und Redaktionsleiter des Blogs «Energie-Experten».
Neutrale Beratung zu Elektromobilität bietet die EKZ-Energieberatung an. Für Kundinnen und Kunden von EKZ sind die Beratungen mit grosszügigem Rabatt erhältlich.
1. Brennen E‑Autos häufiger?
Nein. Im Gegenteil: Statistiken von Versicherungen und Feuerwehren zeigen, dass Fahrzeugbrände generell selten sind. Von allen 50 Millionen Autos in Deutschland geraten pro Jahr rund 15’000 in Brand. Also nur gerade eines von 3333.
E‑Autos brennen deutlich seltener als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor – grob gesagt rund 20‑mal weniger häufig. Wer es genauer wissen will findet mehr dazu im Geladen-Podcast.
Geladen-Podcast zu E-Auto-Bränden
Im Gespräch mit Feuerwehr-Experten wird klar: Von E-Autos geht keine besondere Brandgefahr aus.
2. Sind Magnetfelder im E‑Auto gesundheitsschädlich?
Elektromagnetische Felder entstehen überall dort, wo Strom fliesst – also auch in Autos, Zügen oder Trams. Messungen im Auftrag deutscher Behörden zeigen: Es besteht keine Gefahr, Grenzwerte wurden in keinem Verkehrsmittel überschritten.
Auffällig sind kurzzeitig höhere Werte beim Starten sowie beim starken Beschleunigen oder Bremsen. Die höchsten Werte wurden im Fussraum eines Hybridfahrzeugs gemessen. Gesundheitsrisiken lassen sich daraus nicht ableiten. Mehr dazu im Beitrag: «Strahlung im E-Auto: Ist der Elektrosmog gefährlich?»
3. Nach wie vielen Kilometern ist ein E‑Auto klimafreundlicher als ein Verbrenner?
Schon vor sechs Jahren haben wir bei Energie-Experten über dieses Thema berichtet. Seither hat sich zwar viel getan, E-Autos wurden besser und Batterien grösser. Trotzdem ist die Kennzahl tendenziell gesunken. Die Herstellung der Batterie verursacht zunächst höhere Emissionen. Dieser «Startnachteil» wird im Betrieb aber aufgeholt.
Kleinwagen sind heute etwa ab 30’000 km klimafreundlicher
Grössere Fahrzeuge (z. B. SUV) eher ab rund 50’000 km
Der Trend geht nach unten, weil für Produktion und Strommix zum Fahren immer mehr erneuerbare Energie zum Einsatz kommt.
Wichtig: Die Fahrzeuggrösse bleibt entscheidend. Ein kleiner Stromer verursacht über die Lebensdauer von 200’000 km deutlich weniger Emissionen als ein grosses SUV frisch ab Fabrik mit null Kilometer. Hier kannst du Autos selber vergleichen: www.tcs.ch/autosuche
Weniger wichtig: Ob man Solarstrom tankt, macht für das Klima keinen grossen Unterschied, er ist in der Schweiz ähnlich wenig CO2-belastet wie der durchschnittliche Strommix.
4. Was ist wichtiger beim Kauf: grosse Batterie oder schnelles Laden?
Aus Klimasicht wäre eine kleinere Batterie natürlich besser – aber so war die Frage wahrscheinlich nicht gemeint. Im Alltag wird die benötigte Reichweite oft überschätzt:
Durchschnittliche Pendelstrecke in der Schweiz liegt bei 28 km pro Tag.
300 km Reichweite sind somit genug für eine ganze Woche.
Für lange Strecken und Autobahnfahrten wird die Ladegeschwindigkeit wichtiger. Dann zählt, wie schnell sich das Fahrzeug am Schnelllader nachladen lässt.
Vor dem Kauf sollte man sich überlegen, ob das nächste Auto wirklich für jede Fahrt die beste Lösung bieten muss. Oder vielleicht eben doch nur für den Pendleralltag und den Wocheneinkauf. Für längere Reisen kann man dann den Zug nehmen und am Zielort bei Bedarf ein Auto mieten.
Lassen sich grössere Batterien schneller laden?
Ja, da gibt es einen Zusammenhang: Grössere Batterien lassen sich in der Regel schneller laden, weil sich die Ladeleistung auf mehr Batteriezellen verteilt. Durch die geringere Belastung der einzelnen Zellen entsteht so weniger Wärme.
5. Sind E‑Autos schwieriger zu löschen?
Sollte der unwahrscheinliche Fall eines Brandes eintreffen, ist die Frage: Sind E-Autos schwieriger zu löschen? Die Antwort ist: Nein. Das ist ein Mythos. Er kommt von alten Medienberichten über E-Autos, die in Spezialcontainer versenkt worden sind, die mit Wasser gefüllt waren. Das bringt aber nichts oder macht mehr kaputt als wenn nur gekühlt wird. Der Umgang mit einem brennenden E-Auto ist etwas anders, aber unproblematisch. Feuerwehren sind darauf vorbereitet.
Wichtig ist vor allem das Kühlen, es braucht etwas mehr Wasser.
Das Löschen kann länger dauern (z. B. bis zu eine Stunde statt nur 20 Minuten).
Die Brandlast, also wie heftig es brennt, hängt weniger vom Antrieb ab als von der Fahrzeuggrösse und den Materialien. Ein grosses Fahrzeug bringt grundsätzlich mehr brennbare Masse mit. Ein grosses SUV mit riesigem Tank, viel Kunststoff und breiten Reifen bringt viel mehr brennbares Material in eine Tiefgarage als ein elektrischer Kleinwagen. Ein Feuerwehrspezialist hat zu dem Thema gesagt: «Es ist nicht entscheidend, ob eine Hochleistungsbatterie oder 80 Liter Treibstoffe in einem Auto sind.» Mehr dazu erfährst du im Video weiter oben.
6. Lohnt sich ein E‑Auto als Occasion?
Ist es eine gute Idee, ein Occasions-E-Auto zu kaufen? Gibt es überhaupt genügend Auswahl? Recherchen auf Schweizer Onlineplattformen zeigen, dass heute fast für jeden Bedarf ein gebrauchtes E-Auto zu finden ist.
Vorteile Occasion
deutlich geringerer Preis (stärkerer Wertverlust bereits erfolgt)
Batterien halten mehrere 100’000 km, Sorgen sind also meist unbegründet
Apropos E-Auto-Batterie: Zu jeder Occasion sollte man von Verkäufer ein Zertifikat für einen Batteriecheck erhalten. Wenn es fehlt, kann man den Zustand der Batterie in einer entsprechend ausgerüsteten Werkstatt für wenig Geld prüfen lassen. Wer noch mehr Sicherheit möchte, kauft eine junge Occasion mit fortlaufender Werksgarantie.
Vorteile Neuwagen
aktuellste Sicherheits- und Assistenzsysteme
höhere Ladeleistungen für kürzere Ladezeiten an Schnellladestationen
riesige Modellauswahl
Die Bedürfnisse sind verschieden, aber wer nicht das Allerneueste sucht oder auf technische Höchstleistungen angewiesen ist, hat gute Chancen, eine attraktive Occasion zu finden.
Achtung Mythos: E‑Autos sind nicht mehr generell teurer
Der Preisunterschied beim Kauf ist auch bei Neuwagen kleiner geworden. Je nach Konfiguration gibt es praktisch keine Differenz mehr zwischen Verbrenner, Hybrid oder E-Auto. Teilweise sehen E‑Autos auf den ersten Blick etwas teurer aus, bieten dann aber auch mehr Leistung, mehr Komfort oder zusätzliche Sicherheits-Features.
Betriebskosten: Entscheidend sind die laufenden Kosten: Service und Treibstoff sind bei einem E-Auto deutlich günstiger. So ist man im Elektroauto je länger je günstiger unterwegs.
Für Kundinnen und Kunden von EKZ mit grosszügigem Rabatt
Wir alle haben Fragen zur Zukunft. Wie können wir unser Leben nachhaltig gestalten? – Als Energie-Experte inspiriere ich euch mit spannenden Informationen und mit Tipps und Tricks.
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