Elektrische Geräte erzeugen Strahlung, genauer: elektromagnetische Felder. Viele Menschen haben Bedenken wegen diesem «Elektrosmog». Speziell in E-Autos fliesst viel Strom. Darum ist die Frage interessant, ob in Autos mit grossen Batterien und E-Antrieb Elektrosmog entsteht, der für Menschen spürbar oder gar schädlich ist.
Elektrosmog im E-Auto beim Fahren
Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz und das Bundesumweltministerium haben in Wien dazu forschen lassen. Der Automobilclub ADAC hat die Ergebnisse anschliessend in Form von Videos vorgestellt.
Interessant: Der Fahrstil beeinflusst die Feldstärken. Starkes Beschleunigen und Bremsen führt zu erhöhten Werten im Vergleich zu einer moderaten Fahrweise. Ansonsten hat auch die Kabelführung in den verschiedenen Modellen einen Einfluss auf die Messwerte.
Grenzwerte wurden keine überschritten, Elektrosmog beim Fahren ist in E-Autos kein Gesundheitsrisiko. Belastungsspitzen dauern nur kurz, beispielsweise beim Einschalten oder beim Tritt auf das Bremspedal.
Elektrosmog an der Ladestation
Das Laden eines E-Autos verursacht zwar messbare Magnetfelder, aber keine gesundheitlich bedenkliche Belastung. Die stärksten Werte treten kurzzeitig und lokal begrenzt auf – etwa direkt am Stecker. Insgesamt ist das Laden strahlenschutztechnisch weniger relevant als das Fahren.
Das Laden von E-Autos wurde in vielen verschiedenen Situationen gemessen: An der Haushaltsteckdose, an Ladestationen mit 11 kW und mit 22 kW sowie an Schnellladesäulen und sogar an einer Testinstallation für Induktionsladen – also ohne Kabel, wie bei modernen Handys.
Beim Schnellladen mit Gleichstrom (DC) gibt es konstante Magnetfelder, die als weniger kritisch eingestuft werden als die dynamischen Felder, die durch Wechselstrom (AC) entstehen. Die Spitzenwerte stammten übrigens nicht vom Ladestrom, sondern von Kommunikationssignalen und Schaltvorgängen, zum Beispiel im Bordladegerät.
Fazit zur Strahlung in E-Autos
Zusammenfassend lässt sich feststellen:
- Magnetfelder treten in allen motorisierten Fahrzeugen auf.
- Bei E-Autos verursacht das Laden weniger starke elektrische und magnetische Felder als das Fahren.
- Alle untersuchten E‑Autos halten die Höchstwerte ein, die zum Schutz der Gesundheit empfohlen werden.
- Die stärksten Felder wurden beim Fahren im Bereich der Füsse gemessen.
- Die Messwerte können lokal und kurzzeitig Referenzwerte überschreiten, es gab aber keine Überschreitungen der Basisgrenzwerte.
- Hinweise auf eine Gefährdung von Personen mit Implantaten gibt es nicht.
Elektrosmog in Verbrenner- und Hybridautos (Plug-In)
Die hohen Messwerte beim Einschalten betrafen alle Autos, also auch Verbrenner und Hybridfahrzeuge. Der absolute Höchstwert aller Messungen entstand im Fussraum eines Hybridautos, genau in dem Moment, als beim Beschleunigen der Verbrennungsmotor automatisch zugeschaltet wurde.
Elektrosmog in Zug, Tram und Bus
Öffentliche Verkehrsmittel wurden ebenfalls untersucht und wiesen bei den durchschnittlichen Werten ähnliche Belastungen auf wie die Autos. Betreffend Elektrosmog macht es keinen grossen Unterschied, ob du mit Auto, Bahn, Bus, U-Bahn oder dem Tram unterwegs bist.
Kommentare: Was denkst du?
Benno I. Gassner
Vor 1 Woche
Bei diesen Werten steige ich sofort nicht auf E Autos um.
Thomas Elmiger
Vor 1 Woche
Warum? Weil Hybride schlimmer sind? Oder bleiben Sie vielleicht beim Velo mit Muskelantrieb? Das wäre betreffend Elektrosmog wahrscheinlich die schonendste Art der Mobilität auf Rädern.