Navigieren auf enex.me

Fliegen wir in Zukunft mit Solar-Kerosin?

Sonnenenergie direkt nutzen, um CO₂-neutrale Treibstoffe zu produzieren; das nennt sich «Sun-to-X». Das Schweizer Startup Synhelion will den Flughafen Zürich mit Solar-Kerosin beliefern.

Eine runde, rotglühenden Maschine

Unser Titelfoto zeigt einen Solarempfänger von Synhelion, in dem gebündelte Sonnenenergie zur Herstellung künstlicher Treibstoffe genutzt wird. Das Konzept nennt sich Sun-to-X. Es soll künftig den Ersatz fossiler Energieträger auch in solchen Anwendungen ermöglichen, wo Strom keine Alternative ist. Zum Beispiel für die Fliegerei.

An der Technologie wird weltweit geforscht. Mit dabei ist das ETH-Spinoff Synhelion aus der Schweiz, das gerade in Pilotprojekten nach Verbesserungsmöglichkeiten sucht. Synhelion hat sich zum Ziel gesetzt, sogenannte «Solar Fuels» zu produzieren, also aus Sonnenenergie hergestellte synthetische Treibstoffe. Grundsätzlich kann man von Benzin über Diesel bis zu Kerosin jede Art von Treibstoff produzieren.

Wir konzentrieren uns hauptsächlich auf jene Branchen, die auch in Zukunft mangels Alternativen auf flüssige Treibstoffe angewiesen sind.

Lukas Geissbühler, Head Thermal Systems, Synhelion

Dass die Idee von Synhelion auf ein Marktbedürfnis trifft, beweist die Zusammenarbeit mit dem Flughafen Zürich, die im Mai 2020 lanciert wurde. «Der Flughafen Zürich möchte uns zu Selbstkosten die gesamte Produktion der solaren Treibstoffe abkaufen, die wir ab 2023 in einer Testanlage produzieren werden», bestätigt Geissbühler. Der Flughafen wolle damit seinen Beitrag leisten, dass die fossilen Treibstoffe in der Luftfahrt möglichst rasch durch synthetische Treibstoffe abgelöst werden, die CO2-neutral sind.

Mehr erfahren: Energie-Experten

Hintergrundwissen und Zusammenhänge à discrétion – jede Woche ein längerer Experten-Beitrag und jeden Monat ein Newsletter zum Thema Energieeffizienz.

Luftbild Stausee in den Bergen

Was sind Kraftwerke?

Kraftwerke sind meist Anlagen zur Stromerzeugung. Sie wandeln Energie in elektrische Energie um und speisen diese ins Stromnetz ein. Es gibt diverse Typen.

Mann springt von einer Plattform an der Staumauer in die Tiefe

Winterstromlücke: So enorm kann sie bis 2035 anwachsen

Ein Sprung ins Ungewisse? In Zukunft wird die Schweiz im Winter sehr viel Strom importieren müssen, wenn diese Prognosen eintreffen.