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Energiewende Schweiz

Studien zeigen: Bis 2050 braucht die Schweiz viel mehr Strom. Weil elektrische Autos, Heizungen und Co. viel effizienter sind als fossil betriebene, ist die Energiewende machbar. Sie ist auch eine Investition in die Unabhängigkeit der Schweiz.

Fossile Energie ersetzen durch Sonne und Wind

Um das Klima zu schützen, müssen wir den Verbrauch fossiler Energie je länger, je mehr reduzieren. Als Ersatz steht Strom im Vordergrund.  Kann das gut gehen, obwohl auch die Schweizer Kernkraftwerke stillgelegt werden, wenn sich der Betrieb nicht mehr lohnt? Ja. Die Wende weg von Erdöl und Erdgas erfordert aber einen grossen Umbau des Energiesystems. Dazu gehört, dass die Produktion von erneuerbarer Energie enorm gesteigert wird.

Abhängigkeit durch Ausbau im Inland reduzieren

Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie abhängig wir vom Ausland sind, weil mehr als 70 Prozent unserer Energie importiert wird: Erdölprodukte, Erdgas und Uran für Kernkraftwerke. Wir haben darum für euch eine Skizze gezeichnet, was künftig wegfallen wird und wie viel – oder eigentlich wenig – wir neu zusätzlich brauchen.

63% der Energie entfallen auf Erdöl und Erdgas, ein Drittel der Stromproduktion auf Kernkraft – der Zubau beim Strom bringt einheimische Produktion statt Import.
Heute importiert die Schweiz mehr als 70% der Energie. Im Vergleich dazu ist die Menge des zusätzlich nötigen Stroms überraschend klein. Dabei kommt zum Tragen, dass elektrische Technologie oft Energie aus der Umgebung nutzt (Wärmepumpen), während in Verbrennungsprozessen viel Energie verpufft.

Wie viel Strom brauchen E-Autos und Wärmepumpen?

Die Skizze zeigt die höchste Schätzung an zusätzlichem Strombedarf, die wir gefunden haben: Unter der Leitung der ETH Zürich haben 25 Schweizer Wissenschaftseinrichtungen, Industrieunternehmen sowie Bundesbehörden daran gearbeitet. Sie haben dafür das Kompetenzzentrum für Energieforschung – Strombereitstellung (SCCER-​SoE) ins Leben gerufen. Den zusätzlichen Bedarf an Strom schätzen sie auf plus 50 Prozent im Vergleich zu heute. Das liegt vor allem daran, dass der Verkehr und die Heizungen jetzt rasch auf effiziente elektrische Systeme umgestellt werden. Produzieren können wir die zusätzliche Strommenge vor allem mit Photovoltaik.

Das Fazit nach jahrelanger Forschung: Autonom wird sich die Schweiz nicht versorgen können, es werde weiterhin Stromimporte oder Gaskraftwerke brauchen, ist in der ETH-Meldung nachzulesen. Technisch lasse sich das Netto-​Null-Ziel bis 2050 erreichen. (Zu unserem Fazit siehe auch die Diskussion in den Kommentaren.)

Dafür sind aber koordinierte und umfassende Anpassungen in vielen verschiedenen Bereichen notwendig, welche die gesamte Gesellschaft betreffen. Wir dürfen zudem keine weitere Zeit verlieren …

Domenico Giardini, Professor an der ETH Zürich und Leiter des SCCER-​SoE

Das PSI hebt in seinem Fazit zur SCCER-Forschungsarbeit auch hervor, dass wir Effizienzsteigerungen und Energiesparmassnahmen beschleunigt umsetzen müssen. Das betrifft vor allem die Bereiche Gebäude und Dienstleistungen. Die Teams von ETH und PSI halten weiter fest, dass auch «Negative Emissionen» erforderlich sein werden, um das Ziel Netto-Null zu erreichen.

Das aktive Entfernen von CO2 aus der Atmosphäre wie auch das Bereitstellen von synthetischen Treibstoffen für Fahr- und Flugzeuge dürfte politisch wie auch finanziell noch grosse Hürde mit sich bringen. Nur wenn wir auch diese nehmen, kann die Schweiz ihre Klimaziele einhalten. Im Vergleich dazu sind der Ausbau der einheimischen Energieproduktion, das Sparen und das Optimieren einfache Aufgaben, die wir unverzüglich angehen können.

Symbolbild für die Energiewende: Vom Fossil-Zeitalter zu den Erneuerbaren Energien. (Collage: Thomas Elmiger; Foto unten: Daniel Beltrá/Greenpeace)
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  • von Allmen U.

    Vor 3 Wochen

    … die Skizze zu Beginn des Artikels ist nur sehr schwer verständlich und kaum aussagekräftig …😟

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  • Peter Bachmann

    Vor 3 Wochen

    Die ETH Studie wird auf irreführende Art zitiert: «Das Fazit nach jahrelanger Forschung: Autonom wird sich die Schweiz nicht versorgen können, es werde weiterhin Stromimporte oder Gaskraftwerke brauchen, ist in der ETH-Meldung nachzulesen.» Die ursprüngliche Aussage ist: «Ein signifikanter Ausbau der Wasserkraft ist in den kommenden Jahrzehnten aber aufgrund der hohen Anforderungen an den Umweltschutz, der aktuell fehlenden oder tiefen Wirtschaftlichkeit und der geringen gesellschaftlichen Akzeptanz solcher Projekte unrealistisch. Ergänzend werden daher auch unter optimistischen Annahmen weiterhin Stromimporte oder inländische Gaskraftwerke gebraucht, um den Bedarf abzudecken.» Es wird im Zitat suggeriert dass die Machbarkeit der inländischen erneuerbaren Stromproduktion technisch nicht gegeben ist. Die ursprüngliche Aussage deutet aber auf den fehlenden politischen Willen hin, auch mit wesentlichen finanziellen Anreizen, neben der Wasserkraft Wind und vor allem die Photovoltaikprojekte zu fördern. Dies kein Resultat von jahrelanger Forschung, sondern von jahrelangem politischen Zauderns!

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    • Thomas Elmiger
      Thomas Elmiger

      Thomas Elmiger

      Vor 3 Wochen

      Danke für den kritischen Hinweis. Wir finden ihn insofern berechtigt, als der Teil mit der unrealistischen Autonomie eher unser Fazit als das der ETH-Forscher ist. Im Gesamtkontext verweist das Original aber auf die Speicherkapazitäten, die nötig wären, um «überschüssige» erneuerbare Energie zu speichern. Und da sind neben Wasserkraft (Pumpspeicherkraftwerke) weitere technische Möglichkeiten erwähnt (Wasserstoff und Wärme). Es liegt also nicht allein an den Umweltschutzanforderungen und dem Akzeptanzproblem der Wasserkraft und auch nicht an der Förderpolitik für die Erneuerbaren, dass maximale Autonomie nicht realistisch ist, sondern an den Kosten aller Speichertechnologien. Weiter deutet die fehlende Akzeptanz auf die Grundwerte von Bevölkerungsmehrheiten hin – dies der Politik anzulasten fänden wir auch nicht angemessen. Wir lassen unser Fazit darum stehen, fügen aber noch einen Verweis auf diese Kommentare ein.

  • Fritz Nikles Worben

    Vor 5 Tagen

    Wenn Bundesrichter unlogische Entscheide fällen, wie z.B. bei der Windenergie, anstatt 6 Turbienen nur 4 Stück in Grenchen, müssen wir uns nicht fragen, wieso wir mit ernbeuerbarer Energie nicht weiterkommen. Das Gleiche ist mit der Wasserkraft beim Grimselstausee. Die Sonnenenergie in nebelarmen Gebieten der Schweiz, müsste auch noch mehr vorwärts getrieben werden.

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